Kunsthistorikerin und Kunstpädagogin Mag. Anne-Christine Semlitsch über die Ausstellung:
„Im inneren Kreis" – so der Titel dieser Ausstellung – benennt treffend, worum es Claudia Vogeltanz hier geht. Der innere Kreis lässt einerseits die Intimität anklingen, spricht aber andererseits auch von der größtmöglichen Distanz: Nie kann ich weiter von mir weg sein als eine Armlänge, das ist die größtmögliche Distanz, die ich zu mir haben kann, um dennoch noch bei mir zu sein, in meiner Intimität. Innerhalb dieses Spannungsfeldes sind die Arbeiten entstanden, die hier gezeigt werden.
Claudia Vogeltanz ist nach vielen Jahren des Malens beim Selbstakt angekommen. Da gab es unter anderem die großformatigen Stillleben, durch die Claudia in den letzten Jahren ihre ganz persönliche Eigenart entwickelt hat: nämlich die Lebendigkeit der Textur, der Plastizität der Objekte im Gegensatz zum gänzlich unstrukturierten Hintergrund, der die Objekte aus einem unbestimmten Raum auftauchen lässt. Nun wird in den Selbstakten, die Ihnen hier vorgestellt werden, diese Idee konsequent weiterverfolgt: wie vor einer imaginären Folie schweben die Körperansichten, die innerhalb des inneren Kreises möglich sind. Die Spuren des Lebens zeichnen sich im Inkarnat ab, heftig können sie ausfallen oder auch zurückhaltend. Immer monochrom hinterfangen, ganz unspektakulär und damit umso wirkungsvoller. Innerhalb dieses inneren Kreises ganz einfach nur man selbst sein, nicht mehr als das, aber eben auch nicht weniger! Ganz zentriert auf sich, höchste Con-Centration im wahrsten Sinne des Wortes oder sollte ich sagen: im wahrsten Sinne des Bildes.
Für die Dauer dieser Ausstellung ist nun der innere Kreis erweitert worden, so dass auch wir einen Einblick nehmen können in dieses ganz persönliche Universum von Claudia Vogeltanz. Genießen wir es!